Volterra und Umgebung

 

Was gibt es bei Volterra in der Toskana zu sehen?

Outdoor-Aktivitäten für Natur- und Landschaftsliebhaber. Das Gebiet von Volterra bietet mehrere Routen, die Sie zur Entdeckung der Schönheit des toskanischen Territoriums führen

 

Vald von Berignone



Das Naturschutzgebiet wurde im Jahr 1995 von der Region Toskana gegründet. Das erweiterte und verworrene Waldgebiet liegt im Tal Val di Cecina und umfasst rund 2.170 Hektar. Im Westen grenzt es an die Ortschaft Mazzolla, im Süden endet es am Bach Sellate.

Früher wurde der Wald genutzt, um Nutzholzreserven aufzustocken, um Brennstoff für Dampfkessel zu beschaffen und um Salz zu gewinnen. Aus sogenannten „Moie“, das sind Brackwasserpfützen, wird das Salz in Form von Salzlake entnommen, die schließlich in speziellen Dampfkesseln mit Holz vom Waldgebiet Berignone verdunstet wird.

Die Hügel von Berignone bestehen aus Sedimentgestein, Konglomeraten, Mergel und Ton. Diese verschiedenen Ablagerungen stammen von einem weitläufigen See-Areal aus dem späten Miozän (vor rund 7 bis 9 Millionen Jahren).

Berignone wird von zahlreichen Wasserläufen durchzogen, so wie beispielsweise vom Fluss Cecina, von den Bächen Fosci, Sellate, Botro del Rio und noch weiteren Bächlein, die zusammen eine unverwechselbare und besonders malerische Atmosphäre entstehen lassen.

Der Wald ist in allen Aspekten gar majestätisch und verworren und hat eine Unmenge an verschiedenen Pflanzenarten zu bieten: Steineichen, Erdbeerbäume, Steinlinden, Wacholder, Mastixstrauche, Myrten, Heidekraut und Schneeball sind die am häufigsten vorzufindenden Arten, zu denen aber noch andere Laubbäume hinzukommen, wie Eichen, Zerreichen und Traubeneichen. Auf den höhergelegenen Hängen findet man Feldahorn, Manna-Eschen und europäische Hopfenbuchen. Die Vegetation, was die Kräuter im Wald von Berignone betrifft, lässt aber auch nicht zu wünschen übrig: Man findet unter anderem Schneeglöckchen, Hahnenfuß, Veilchen, Primeln, Zistrosen, Nieswurz, Hundsrosen und vielzählige Orchideen.

Es gibt zudem viele Säugetiere, die den Wald bewohnen: Wildschweine, Rehe, Damwild, Mufflons, Igel, Dachse, Marder, Wiesel und Eichhörnchen. Außerdem sind manchmal auch Wölfe zu sehen, auch wenn das eher selten passiert.
Es gibt auch viele Stand- und Zugvögel sowie nacht- und tagaktive Raubvögel. In diesem Zusammenhang wurde der Wald zu den toskanischen Biotopen aufgenommen, um den Schutz aller Tiere des Waldes zu gewährleisten.

Im Mittelalter gab es im Berignone drei Burgen, die den mächtigen Bischöfen von Volterra gehörten. Die bekannteste war die Bischofsburg (Castello dei Vescovi), deren imposante Ruinen noch heute das weite Tal überragen, das einst vom Fluss Botro al Rio und dem Bach Sellate geformt wurde.
Die zweitbekannteste Burg wurde um 1218 von Bewohnern aus Volterra abgerissen. Obwohl wir heute noch den Ort kennen, wo die Burg einst stand, sind keine Ruinen zurückgeblieben, die uns an die damalige Pracht erinnern könnten. An ihrer Stelle findet man heute das alte Gebäude des Bauernhauses von Caprareccia, das von alten Olivenbäumen und einzigartigen Steinmauern umgeben ist.

Die dritte Burg wurde um 1200 ebenso von der Gemeinde Volterra zerstört. Sie wurde „Frasinetta“ genannt, was bedeutet, dass sie an einem Ort erbaut wurde, der voll von diesen Pflanzen war. Man glaubt sie befand sich auf einer Anhöhe des Monte Soldano. In einem Bericht aus dem Jahr 1936 ist folgende Beschreibung zu lesen: „ein zweistöckiges Gebäude, insgesamt 11 Zimmer, eine Kaserne“ und darunter „Bericht von Tatti“. Das Gebäude, das Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, soll einst als Behausung der Wachen gedient haben, die für die Aufsicht des Waldes zuständig waren.
Zusätzlich wurden noch Ställe zur Verfügung gestellt, um Pferde und Maultiere unterzubringen, die damals für die Abholzung des Waldes eingesetzt wurden. In den 40er Jahren wurde das Gebäude renoviert und zu einem kleinen Lager für Lebensmittel umfunktioniert. Die Lebensmittel waren für die Holzfäller und Köhler gedacht, die ihrer Arbeit in diesem wunderschönen Wald damals leidenschaftlich nachgingen.



Masso delle fanciulle



Auf der Straße, die Pomarance und Saline di Volterra verbindet, befindet sich auf ungefähr nach der Hälfte der Straße Hinweisschilder von Masso delle Fanciulle. Wenn man rund 6 km die Landstraße entlangfährt und schließlich das Auto stehenlässt, erreicht man nach einem angenehmen Spaziergang einen Ort unberührter Schönheit.

Dort befinden sich Naturbadeteiche, in denen man ein erfrischendes Bad nehmen kann. Der Name „Masso delle Fanciulle“ („Fels der Mädchen“) kommt von einer traurigen, aber faszinierenden Legende: Es waren einmal zwei junge gutaussehende Mädchen (fanciulle), sie waren Kusinen, mit sanftem Charakter, die wie üblich ihre Tage bei einem großen Felsen (masso) nahe des Flusses verbrachten.
Die zwei Mädchen kümmerten sich um ihre Schafe und ihre Gesänge vermischten sich mit denen anderer Hirten, während sie fröhliche Liebeslieder anstimmten.
Die Tiere des Waldes versammelten sich wie verzaubert um den großen Felsblock und sogar die Vögel blieben auf den Ästen sitzen, um den harmonischen Stimmen, die im Tal widerhallten, zuzuhören.

Unter diesen Tieren gab es auch einen alten Werwolf, der sich in die zwei Mädchen verliebt hatte. Eines Tages genügte es ihm nicht mehr nur zuzuhören bzw. sie zu beobachten, also sprang er auf die zwei Mädchen zu und versuchte nach ihnen zu schnappen.
Zu Tode erschrocken versuchten die Mädchen zu fliehen und kletterten auf die Spitze des großen Felsens, aber schon bald würde der Werwolf sie erreichen. Die zwei Mädchen saßen in der Falle, also nahmen sie sich bei der Hand und warfen sich in die tiefen Gewässer des Flusses.
Der Fluss Cecina hatte Mitleid mit ihnen und verwandelte die zwei Mädchen in kleinen Wellen und der Strom brachte sie flussabwärts. Somit konnten sie der Gier des hungrigen Monsters für immer entfliehen.



Volterra



Volterra, mit ihrer imposanten Stadtmauer, die die Stadt beschützten sollte, herrschte von dem Hügel oben über das Tal. Zahlreiche archäologische Fundstücke haben als Zeugnis der etruskischen Epoche die Zeit bis heute überdauert.

Volterra, oder mit etruskischem Namen Velathri genannt, war eine der wichtigsten Städte der etruskischen Konföderation. Die rund 7.300m lange Stadtmauer entstand am Ende des 4. Jahrhunderts v.Chr. und wurde nicht nur zum Schutz der Siedlungen und des Stadtzentrums errichtet, sondern auch zum Schutz der Brunnen, Anbauflächen und Weiden, die sehr oft von fremden Völkern angegriffen wurden.

Über Volterra herrschten nacheinander die Franken, dann die Langobarden und schließlich die Römer, welche den Namen in Volaterrae änderten. Anschließend wurde es der Herrschaft der Florentiner und der Herrschaft des toskanischen Großherzogtums ausgesetzt. Schließlich wurde im Jahr 1860 fast einstimmig für die Anschließung an das Königreich Italiens gestimmt.

Man kann die Stadtmauer heute größtenteils noch besichtigen: die zwei Stadttore, Porta Diana und Porta dell’Arco, sowie die alte Akropolis, welche verschiedene Gebäude und die Grundmauern zweier alter Tempel beherbergt. Als Zeugnis der „vorbeigezogenen“ römischen Epoche bleibt das faszinierende römische Theater, das auf einer Seite des Hügels erbaut wurde und an die Form eines Amphitheaters erinnert. Eine weitere Sehenswürdigkeit, die man unbedingt besichtigen sollte, ist ohne Weiteres die Fortezza Medicea, die in zwei Teile gegliedert ist. Einen Teil stellt die Rocca Nuova dar, die nach dem Willen von Lorenzo il Magnifico selbst erbaut wurde und heute in ihrem.

Innern ein HochsicherheitsgefängnisDie andere, wahre Geschichte ist mehr an der heutigen Zeit: Während der langen Jahre des zweiten Weltkrieges war dieser Abschnitt des Flusses Teil von schon vielen Heldentaten der Widerstandkämpfer gegen die Naziarmeen. Direkt in der Nähe des Masso fanden die blutigsten Gefechte statt. Der Felsen war früher nämlich ein Strategiepunkt, von dem aus die Partisanen Wache hielten. Genau deshalb versuchten die Deutschen die Kontrolle über diese strategische Position zu erlangen.



Larderello und seine Geothermie



Larderello, ein Ortsteil der Gemeinde Pomarance, ist weniger als zehn Minuten von unserem Ferienbauernhof entfernt und ist aufgrund seiner Verwertung geothermischer Ressourcen sehr interessant.

Diese Quelle von erneuerbarer Energie hat nur geringe Auswirkungen auf die Umwelt und deckt ein Viertel des Energiebedarfs der Region Toskana. Neben den Naturereignissen, wie z.B. Tümpel und Teiche, die von heißen Quellen gebildet wurden, ist die Gegend für die vielen Dampfleitungen bekannt, die den herausschießenden weißen Dampf der Geysire zügeln und in das geothermische Kraftwerk befördern.

Das Spektakel ist beeindruckend: weiße Dampfsäulen strömen aus Erdspalten, aus Geysiren und aus den Türmen des geothermischen Kraftwerks. Das Erscheinungsbild der Umgebung gleicht sehr der Hölle, sodass die Gegend schon seit Jahrhunderten „Tal des Teufels“ genannt wird.
Nicht vergessen sollte man den Besuch in den zwei geothermischen Museen: das Museum der Geothermie (Museo della Geotermia di Larderello), welches ein weltweit einzigartiges Erlebnis bietet und das Energiemuseum (Museo delle Energie del Territorio di Radicondoli), welches die spätere Entwicklung der geothermischen Energie zeigt.

Die Geysire

Die borhaltigen Geysire von Larderello sind Dampffontänen, die mit sehr hohem Druck lautstark aus natürlichen oder künstlichen Erdrissen herausschießen. 95% der Ausströmungen sind Wasserdampf, die restlichen Prozent sind Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff (von dem der Geruch nach faulen Eiern kommt), Methan und andere Substanzen, einschließlich Borsalze.

Diese Ausströmungen können eine Temperatur von 130° bis 160°C erreichen sowie einen Druck zwischen 4 und 14at. Eine Umfrage des 27. März 1931 beispielsweise ergab, dass ein geothermischer Tank rund 220 Tonnen Dampf pro Stunde abgab. Die gewaltigen Ausströmungen waren ein so großartiges Phänomen, dass man glaubte, man könne nicht mehr dagegenwirken. Währenddessen wurden die Bewohner Larderellos angewiesen, ihre Matratzen an die Fenster zu geben, um das unerträgliche Zischen zu dämmen.


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